Psychische Gefährdungsbeurteilung GBU Psych
Belastungen früh erkennen. Ausbildung sichern. Arbeitsbedingungen verbessern.
Psychische Belastungen entstehen nicht erst bei einer Erkrankung. Sie können sich bereits durch Zeitdruck, Überforderung, Konflikte, unklare Erwartungen, fehlende Unterstützung oder schwierige Kommunikationssituationen entwickeln. Gerade in der Ausbildung lohnt sich deshalb ein früher Blick auf die Arbeitsbedingungen. Denn wenn Azubis und Ausbilder:innen Belastungen besser erkennen und ansprechen können, lassen sich Konflikte, Überforderung, Studienabbrüche frühzeitiger bearbeiten – und Ausbildungsgefährdungen möglicherweise vermeiden.
Warum ist das für Ausbildungsbetriebe relevant?
Ausbildung bedeutet Veränderung auf beiden Seiten.
Studien zufolge brechen 25 Prozent der Azubis und Studis vorzeitig ihre Ausbildung bzw. Studium ab. Sie lernen zu Beginn neue Rollen, Arbeitsabläufe und Verantwortung kennen. Ausbilder:innen begleiten diese Entwicklung und müssen gleichzeitig unterschiedliche Persönlichkeiten, Lernvoraussetzungen und Erwartungen berücksichtigen. Wenn Anforderungen und Ressourcen dauerhaft nicht zusammenpassen, kann daraus Belastung entstehen und zu Studien- bzw. Ausbildungsabbrüchen führen. Eine psychische Gefährdungsbeurteilung hilft dabei, nicht nur auf einzelne Personen zu schauen, sondern auf die Arbeitsbedingungen und ihre Gestaltung.
Gesetzlich vorgeschrieben
Seit 2013 sind psychische Belastungen ausdrücklich Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).
Dabei geht es nicht um die Diagnose oder Bewertung einzelner Mitarbeitender.
Die zentrale Frage lautet:
Welche Bedingungen der Arbeit können psychisch belasten und was können wir daran verbessern?
Besonders relevant in der Ausbildung
Mögliche Belastungsfaktoren sind beispielsweise:
Arbeitsintensität · Zeitdruck · unklare Aufgaben · fehlendes Feedback · Konflikte im Team oder Privat · Kommunikationsprobleme zwischen Abteilungen, Kunden, Bürgern · soziale Beziehungen · Führungsqualität · Schichtarbeit · emotionale Anforderungen · fehlende Erholungsmöglichkeiten · Veränderungsdruck · Neurodiversität. Bei jungen Menschen können Unsicherheit und fehlende Berufserfahrung zusätzlich dazu führen, dass Belastungen nicht frühzeitig angesprochen werden.
Prävention statt Abbruch
Eine GBU psychischer Belastungen kann dazu beitragen, frühzeitig Handlungsfelder zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.
Ziel ist nicht:
„Was stimmt mit dem Azubi nicht?“
Sondern:
„Welche Rahmenbedingungen können wir verbessern, damit Ausbildung und Studium erfolgreich gelingen kann?“
Das schafft eine Verbindung zwischen Arbeitsschutz, Ausbildungsqualität und Personalentwicklung.
Der systemische Blick auf beide Seiten
AZUBIS
Belastungen wahrnehmen · kommunizieren · Unterstützung annehmen · Selbstorganisation entwickeln
AUSBILDER:INNEN
Belastungen erkennen · Erwartungen klären · Kommunikation gestalten · Entwicklung begleiten
ORGANISATION
Arbeitsbedingungen prüfen · Maßnahmen ableiten · Wirksamkeit überprüfen
So entsteht Prävention auf mehreren Ebenen.
Mein Ansatz
Ich verbinde Psychologie, Ausbildung, Führung und Organisationsperspektive.
Dabei betrachte ich nicht nur das individuelle Verhalten, sondern auch die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten und lernen.
Ziel ist eine Ausbildung, in der junge Menschen gesund, professionell und langfristig handlungsfähig werden – und Ausbildungsbetriebe frühzeitig erkennen, wo Veränderung sinnvoll ist. GBU psychischer Belastungen · Prävention · Ausbildungsqualität · Personalentwicklung
Kerstin Zeise
Personalentwicklung und Gesundheitsförderung
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